Stimme, die heimliche Verräterin

StimmbandOft werde ich gefragt: "Claudia, geht das mit der Stimme, Hormone?" Nun nein leider nicht, auch nicht eine OP war's welche meiner Stimme auf die Sprünge half (s Foto von 2012)- im Gegensatz zu den Männern, wird bei Frauen wie mir die Stimme nicht "einfach höher" oder heller. Man könnte zwar eine Stimmband-OP in Betracht ziehen, doch mir ist bislang kein Resultat zu Ohren gekommen, welche es über einen Terz hinaus schaffte (ohne Logopädie). Prinzipiell ist es wie das Lernen eines Instrumentes, wie Gesangsstunden - doch halt eben mit Sprechen. Es ist ein recht anspruchsvoller Schritt, bei welchem keinerlei Pillen helfen (ausser bei den Männern). Es ist vorallem am Anfang extrem mühsam, es sind kleine Schritte, man (frau) selbst realisiert oft überhaupt nicht, dass sich etwas tut. Das Zauberwort heisst üben, üben und nochmals üben - wann immer möglich die angepeilte Stimme zu brauchen, sich nicht zu schämen - manchmal klingt diese sogar in den eigenen Ohren noch als komisch - oft höre ich: ich kann das nicht... Nun ja von heute auf morgen bestimmt nicht - ich brauchte gut anderthalb Jahre um die Stimme dorthin zu bekomme wo ich mich wohl fühlte... So gesehen: den Kopf nicht hängen lassen, das Ziel sich vor Augen halten und trainieren - denn die OP alleine wirds genau sowenig richten wie eine Pille - auch einfach hoch sprechen nützt wenig, denn ja die Intonation und sogar die Wortwahl tragen einen grossten Teil der Autentitiät bei.  Wer überdies noch den genetischen Pendants zuhört, wird rasch hören, dass diese anders "gelernt" haben sich zu äussern, aber auch die Gestik gänzlich anders ist (weibliche Kommunikationsmuster). Es sind teilweise Nuancen, aber genau hier liegt "der Hund begraben". Schlussendlich: es ist noch keine Meisterin vom Himmel gefallen.

Warum aus falscher Scham lieber irren als lernen?

Horaz
(65 - 8 v.Chr.), eigentlich Quintus Horatius Flaccus,
römischer Satiriker und Dichter